Wird China zur Öko-Großmacht?

China Shanghai Oriental Pearl TV Tower

Solar- und Windindustrie bieten Milliardenaufträge, wird China zur Ökogroßmacht? via Flickr@ jiazi Tim Wan

China möchte eine neue Ökogroßmacht werden und baut seine Solar- und Windindustrie verstärkt aus. Da Milliardenaufträge aus dem Inland anstehen, können sie somit noch mächtiger werden und dadurch Wettbewerber aus der ganzen Welt in ihren Heimatmärkten angreifen. Die Grünstrom-Branche aus Deutschland merkt es gerade sehr intensiv, da sie von der Konkurrenz aus Fernost gerade überrollt wird.

Schaut man sich die Gegend von Baotou an, findet man nicht viel in der öden Steppe. Bereits kurz hinter der Industriestadt der Inneren Mongolei, die etwa 650 Kilometer nordwestlich von Peking liegt, wird man außer ein paar Bäumen und Sträuchern nicht viel sehen. Jeder Kilometer weiter nach nordwesten macht auch diese wenigen Büsche zu zunichte. Das einzige was hier noch zu sehen ist sind riesige Windparks, denn dieses Gebiet wurde als Lieblingsstandort der Windanlagenbeitreiber auserkoren. Hier drehen sich mittlerweile in alle Himmelsrichtungen die Windräder und es kommen ständig neue dazu. So auch in der Nachbarprovinz Shanxi, hier stehen zur Zeit 33 Turbinen, die eine Leistung von 50 Megawatt (MW) besitzen. So werden etwa 40.000 Haushalte mit Strom versorgt und der Windpark Manager Guo Juyang berichtete, dass es bald 200 Megawatt sein werden.

Windparkbetreiber werden von der Regierung unterstützt

Da Pekings Regierung diese nach allen Kräften unterstützt, drängen immer mehr Windparkbetreiber auf den Markt. Windmüller etwa bekommen das Land für ihre Mühlen kostenfrei überlassen. Denn die Regierung verfolgt mit dieser Windstrom Offensiven einen Plan – der größte Teil der Energieversorgung soll auf saubere Quellen umgestellt werden, was aber auch bitter nötig ist. In China gehen nämlich derzeit fast wöchentlich neue Kohlekraftwerke ans Netz. Da die Regierung aber den Ausbau der erneuerbaren Energien voran treibt, wird in den nächsten zehn Jahren der Anteil der Kohlekraftwerke am Strombedarf von 74 Prozent auf 61 Prozent sinken. Aber kostet dies auch einiges, so sollen laut Medienberichten zufolge in den nächsten fünf Jahren von der Regierung mehr als 540 Milliarden Euro für alternative Energien eingesetzt werden. Im Gegensatz zu Deutschland, die auch in diesem Zeitraum einiges in diesen Sektor, der mächtig boomt stecken möchten, wären das gut zehn Mal mehr.

Investoren sind sehr interessiert

Dieser grüne Aufbruch der Chinesen lockt einige Investoren an und so wurden von internationalen Banken, Pensionsfonds und Versicherung etwa 11,5 Milliarden Dollar im zweiten Quartal 2010 in Biotreibstoffanlagen und Ökokraftwerke  investiert. Dies war, laut einer Studie von Bloomberg New Energy Finance erstmals mehr, als gleichzeitig in die grünen Leitmärkte in Europa und er USA investiert wurden. China hat sich vorgenommen die Führung in der Solar- und Windindustrie zu übernehmen. Dies wird zwar noch eine Weile dauern, da europäische und US-Unternehmen zur Zeit noch die Nase vorn haben, aber möglich wäre es durchaus. Aber auch die rasante Zerstörung der Umwelt möchte China bremsen, da diese dramatische Ausmaße angenommen hat. Jährlich sterben etwa 750.000 Chinesen an den Folgen der extremen Luftverschmutzung, die sich durch Bronchitis, Lungenkrebs und Lungenentzündung bemerkbar machen. Aber nicht nur das, auch sind die Funktionäre beunruhigt, dass durch diese Verschmutzung, die auch an den Flüssen und Seen nicht Halt macht, zwischen fünf und acht Prozent jährlich an Wirtschaftsleitung verloren gehen. Da aber nicht alles was den Bürgern aus China gut tut auch für die deutschen Hersteller gut ist, sieht man daran, dass die asiatische Konkurrenz die deutschen Windanlagenhesteller an die Wand drückt. Denn die chinesischen Hersteller wie etwa Goldwin und Sinovel oder auch die Spezialisten für Solaranlagen Yingli, Suntech und JA Solar sind heute schon unter den Größten zu finden. Problematisch wird es aber auch, da die chinesische Regierung ausländische Unternehmen von der Vergabe der Aufträge komplett ausschließt. Dies geschieht nicht etwa explizit, Ausländer werden mit enormen Verfahrenstricks aus dem Rennen geworfen. Wie sich der Marketingchef des Bonner Herstellers Solarworld, Milan Nitzschke äußerte, sei das Unternehmen trotz sehr vieler Versuche nicht einmal an Unterlagen zur Ausschreibung gekommen. Aber auch die Windmiller haben in Fernost keine Chance an Ausschreibungsunterlagen zu kommen.

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One thought on “Wird China zur Öko-Großmacht?

  1. Levon

    Super, endlich ein interessanter Artikel, vielen Dank. Muss man sich nochmal in Ruhe durchlesen. Generell finde ich die Seite leicht zugaenglich.

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