Starker Yen belastet den Aktienmarkt in Tokio

Basel 1/ pixelio.de

Yen steigt auf Rekordniveau

Der Tsunami und die schweren Nachbeben in Japan haben große Teile des Landes zerstört und etliche Menschenleben gekostet. Aber das ganze Ausmaß der Naturkatastrophe kann angesichts der beschädigten Atomkraftwerke nicht völlig abgeschätzt werden. Noch ist der atomare Notstand ausgerufen und die Sorge einer möglichen Kernschmelze bleibt bestehen. Auch die japanische Wirtschaft wird von den jüngsten Ereignissen belastet. Der Strom ist knapp und viele Unternehmen können derzeit nicht produzieren und weite Teile des Landes müssen erst wieder aufgebaut werden. Erste Schätzungen der entstandenen Schäden kommen von der Großbank Credit Suisse, die eine Summe von 130 Milliarden Euro für den Aufbau ausgerechnet hat. Doch woher soll Japan diese Summe hernehmen? Schließlich liegen acht Billionen Euro Schulden bereits auf den Schultern der japanischen Regierung.

Japanische Notenbank pumpt Rekordsummen in das Finanzsystem

Um womöglich schlimmere Ausfälle in der Wirtschaft zu verhindern und eine weitere Stagnation zu vermeiden, stopft die japanische Notenbank rund 132 Milliarden Euro in das Finanzsystem. Vielleicht keine schlechte Strategie, angesichts des Schuldenbergs, der nicht mehr aufhören mag zu wachsen, bleibt es fraglich, wie man das finanzielle Pflaster um das Wirtschaftsleck zu schließen, finanzieren soll. Es funktioniert ein bisschen nach dem Prinzip: Das haben wir schon immer so gemacht. Weil bisher finanzierte Japan seine Neuverschuldung immer selbst. Nicht einmal 5 Prozent der Schulden sind aus dem Ausland (TradingOne berichtete). Aber irgendwann ist der Topf am überlaufen und bei acht Billionen Euro Schulden ist von dem ständigen Überkochen wohl überhaupt kein Wasser mehr im Topf. Und wenn wichtige Unternehmen wie Toyota, Sony oder BMW nicht produzieren können, weil die Fließbänder still stehen, kann auch nichts verdient werden. Das hat Auswirkungen, sowohl auf Japan wie auch auf die dort ansässigen Unternehmen. Und wie sieht es international aus? Eine Rezession in Japan, schon möglich, international eher weniger – so die Einschätzung vieler Experten.

Auch an der Börse ist die japanische Katastrophe spürbar

Dennoch stieg der Yen in dieser Woche wie Phönix aus der Asche – mit einer am Mittwoch eingependelten Marke von 79,20 Yen für einen US-Dollar erreichte die japanische Währung einen Stand wie er zuvor kurz nach dem zweiten Weltkrieg verzeichnetet wurde. Das geschieht, weil japanische Investoren in dieser Woche vermehrt ihr Geld aus ausländischen Fonds nach Hause holen und verstärkt Yen einkaufen, um Japans Wirtschaft finanziell mit aufzubauen. Dass die Milliardenspritze der japanischen Notenbank mitunter ein Grund für den Anstieg des Yen sein könnte, ist durchaus nicht aus der Luft gegriffen – das bringen finanzielle Unterstützungen bei einer Instabilität der Wirtschaft einfach häufig mit sich.

Anders sieht es auf dem Aktienmarkt in Tokio aus. Dort geht es im wahrsten Sinne drunter und drüber zu. Nach ersten Verlusten in dieser Woche, darauf folgenden Panikkäufen und damit einem erneuten Anstieg, kam wieder zu Verlusten am Aktienmarkt in Tokio. Nicht ganz unbeteiligt daran ist der derzeit starke Yen – damit werden ausländische Waren teurer, der Absatz sinkt und in Folge dessen wird die japanische Wirtschaft geschwächt. Die größte Sorge des Aktienmarktes in Tokio ist jedoch die mögliche nukleare Katastrophe, die zu einer massiven Instabilität der Kurse führte und das kurzfristig auch nicht enden wird.

Bildquelle: Basel 1/pixelio.de

 

Der Markt schläft nicht! Und Sie?

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter und erfahren Sie immer das Neuste und Wichtigste aus den Bereichen Aktien, Börsen, Broker und vieles mehr!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ab 3,99€ pro Order

für 6 Monate

  • Wertpapierdepot ohne Grundgebühren
  • handeln ab 3,99€ pro Order für 6 Monate
  • strukturierte Produkte ab 2,50€ pro Order handeln
  • zahlreiche kostenlose ETF-Sparpläne
Sind Sie bereits unser Fan auf Facebook?Jetzt Fan bei Facebook werden

Moment bitte!
Nichts mehr verpassen!

Sind Sie bereits unser Fan auf Facebook?

Erhalten Sie Neuigkeiten und Hintergrundwissen rund um das Thema Börse sowie tiefe Einblicke in die Welt der Trader. Unabhängige Testberichte, Analysen, Videos und vieles mehr.

Popup

Ja, ich will unbedingt ein FAN werden!