Staatspleiten in Europa 2.0?

Viele gehen von einem Ende der Schulden- und der Globalen-Krise aus, doch Experten sehen das anders. Sie sagen es wäre unvermeidbar, dass Staatspleiten durch die Rettungspakete hervorgerufen werden. Gerade Griechenland ist ein solcher Kandidat, da hier die Diskussionen um einen Zahlungsausfall nicht weniger werden und immer mehr von einer Staatsinsolvenz die Rede ist.

Schuldenschnitt unvermeidbar

An sich war Griechenland im Frühjahr 2010 bereits pleite, dann kam das Rettungspakt und die Pleite wurde abgewendet. Aus politischer Sicht ist eine Bankrott von Griechenland derzeit einfach nicht erwünscht. Wie das allerdings in den nächsten Jahren aussieht, zeichnet sich noch nicht ab. Zum jetzigen Zeitpunkt weist Griechenland laut IWF-Plan noch Primärdefizite auf und auf 150 Prozent des Bruttoinlandsproduktes soll die Schuldenstandsquote steigen. Dadurch besteht natürlich der Anreiz Zins und Tilgung pünktlich zu bedienen. Allerdings wird sich Griechenland ab 2013 fragen ob es wirklich bereit ist netto zurückzuzahlen. Es ist auch noch absolut fraglich ob die Staatengemeinde nochmals einspringen möchte oder ob die Gläubiger Verluste erleiden, denn an den hohen Risikoprämien kann dies nicht abgelesen werden. Längerfristig gesehen wäre ein Schuldenschnitt in Griechenland unvermeidbar.

Auswirkung auf andere Märkte

Die Auswirkung auf andere angeschlagene Länder wäre enorm. Irland, Spanien oder auch Portugal gerieten direkt in die Sippenhaft. Aber nicht nur das, auch steckt hinter allem eine weitere große Gefahr und zwar für alle Staaten die verschuldet sind. Sollten Investoren nicht mehr akzeptieren wollen, dass Staatsschulden mit neuen Schulden gezahlt werden, könnte das im schlimmsten Fall zu einem Crash kommen. Nämlich dann, wenn dies plötzlich passieren würde. Ein weiteres Risiko ist die EZB, die hohe Bestände an Staatsanleihen hält, wären diese plötzlich nur noch die Hälfe wert, müsste so Kapital nachgeschossen werden. Dies ist aber nur der schlimmste Fall, wovon nicht unbedingt ausgegangen wird, da der Schuldenschnitt an den Märkten erwartet wird und somit keine Schockwellen auslösen würde. Um einen Dominoeffekt zu verhindern könnte durch den Rettungsschirm der von den Euro-Ländern und dem IWF getragen wird, geholfen werden.

Rettung schadet dem Land

In Irland zum Beispiel hat das Land erst seine Banken gerettet, jetzt ist es selbst in finanziellen Schwierigkeiten. Sollte es sich nicht mehr refinanzieren können wird es unter den Rettungsschirm schlüpfen müssen. Das Problem dabei ist, dass es so viele Länder gibt, die finanzielle Schwierigkeiten aufweisen, dass Institute wie EU, IWF und die EZB auch Grenzen haben und dadurch auch nur begrenzt belastungsfähig sind. Denn ebenso wie die Staaten können auch diese Institutionen Refinanzierungsprobleme bekommen und sollte es mit dem Bail-Out (Schuldenübernahme und Tilgung durch Dritte) so weitergehen, könnte dies schon bald der Fall sein.

Weitere Staaten werden auf Hilfen angewiesen sein

Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung werden die Staatsschulden gesehen, da steht Griechenland an erster Stelle. Aber auch Spanien, Irland und Portugal werden eventuell noch auf Hilfen angewiesen sein. Trotz allem muss ein Land aber auch seine Schulden bedienen können und vor allem wollen. Daher ist das Risiko bei Italien geringer wie in Spanien, da Italien stärker binnenfinanziert ist. Auf dem Internationalen Markt wird langfristig gesehen auch Großbritannien Schwierigkeiten bekommen können. Dadurch dass die Briten aber einen hohen Anteil an langfristiger Schulden haben, wird nicht kurzfristig refinanziert werden müssen. Ein erster echter Pleitefall könnte Ungarn werden, da es hier kurzfristig schwierig werden könnte wenn der Rückzahlungswille nicht vorhanden ist. Aber auch die USA könnte in fünf Jahren ähnlich wie Griechenland da stehen, wenn die Verschuldung so weiter läuft. Nicht dass die USA in Insolvenz geht, aber die Probleme könnten hier enorm werden, da die mittelfristige Finanzplanung katastrophal ist. Die USA hat aber den Vorteil durch eine eigene Währung und Geldpolitik, so kann das Land über eine hohe Inflation und einen schwachen Dollar die Schulden reduzieren. Sie haben ja in der Tat schon damit begonnen den Realwert ihrer Verbindlichkeiten durch eine sehr expansive Geldpolitik zu senken.



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One thought on “Staatspleiten in Europa 2.0?

  1. Reiner Tiroch

    Die Staatspleiten kommen nun wie am Fließband und die 750 Mrd vom Rettungsschirm reichen nicht. Was hier kläglichst versucht wird, ist so, als ob man ein Erdbeben der Stärke 10 aufhalten will. Das kommt von den stets ausgeglichenen Haushalten, den getürkten Bilanzen, und der Gier des Kapitals. Dann sind alle unschuldigund wollen brutal aufklären. Wir müssen nur mehr vertrauen in Banken, Manager und Politiker haben.

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