Nun steht auch Israel vor einem Inflations-Dilemma

Ist Israel von einer Inflation bedroht?

‚Was ist nur los, mit der Weltwirtschaft?‘ – mag man sich fragen. Ungefähr seit Ende des letzten Jahres haben alle möglichen Länder unserer Erde, die nicht zu den westlichen Industrienationen gehören, mit gewaltigen Aufwertungen Ihrer Währungen hart zu kämpfen, um ihre nationale Wirtschaft und die Exporte nicht zu gefährden, und die Inflation im Land in einem erträglichen Maß zu halten – bevor die Bürger protestierend auf die Straße gehen. In China war es ja zum Ende des letzten Jahres beinahe so weit, die Stimmung im Land war allenthalben bereits sehr unruhig. Lateinamerikanische Länder, wie Chile und Brasilien folgten. Und nun auch noch Israel, das ebenfalls drastische Maßnahmen ergreifen musste, und beinahe 100 Mio. Dollar aufkaufen, um den Schekel zu drücken und seine Exportwirtschaft nicht zu gefährden.

Experten sehen die Ursache zumeist einstimmig in der Problematik des Hot Money – massiven Kapitalzuflüssen in Länder der Dritten Welt – oder zumindest außerhalb der westlichen Industrienationen – weil die aufstrebende und stark wachsende Wirtschaft dieser Länder kurzfristig schnelle Kapitalgewinne in durchwegs beachtlicher Höhe ermöglicht. So auch in Israel – seit dem Beginn der (westlichen) Wirtschaftskrise hat der Schekel insgesamt um mehr als 15% zugelegt – Tendenz steigend, wenn nicht gebremst wird. Von der Notenbank Israels verabschiedete Maßnahmen ließen den Schekel schon bei Ankündigung wieder auf ein für die israelische Wirtschaft gerade noch erträgliches Niveau gegenüber dem Dollar sinken – das Gespenst des drohenden Wirtschaftskollapses ist aber nur für den Moment gebannt, die tatsächlich grundlegende Problematik hat sich ja eigentlich nicht verändert, oder?

Betrachten wir dieses Dilemma einmal von der anderen Seite aus – was ist los, mit der Wirtschaft der Industrienationen? Umgekehrt betrachtet müsste die dann ja jener der Dritte-Welt-Länder massiv hinterherhinken. So ist es auch. Von einem auch nur annähernd so großen Wachstum sind Amerika und die europäischen Länder ja Welten entfernt. Um so mehr, wo einige sehr namhafte Experten bereits beginnen, das Experiment der gemeinsamen europäischen Währung für gescheitert zu erklären. Kehren sich die Vorzeichen um? Und wo wird das enden? In einem Kollaps?

Alle gegensteuernden Maßnahmen der Notenbanken der betroffenen Dritte-Welt-Nationen werden vielleicht kurzfristig entschärfen können, aber eines nicht ändern können: die realen Wirtschaftsdaten ihrer Länder. Chile mit einer extrem stabilen Haushaltspolitik und praktisch so gut wie keiner Auslandsverschuldung kann als leuchtendes Beispiel dafür dienen. Und es werden wohl noch einige andere Länder folgen. Was passiert, wenn plötzlich die gesamte Dritte Welt die Erste Welt wirtschaftlich überflügelt und weit hinter sich lässt? Was sind die langfristigen Folgen einer solchen Entwicklung? Und wo sind die Lösungen dazu?

Konsequenterweise müsste man annehmen, dass einfach nur die Wirtschaft der westlichen Industrienationen wieder auf die Füße kommen muss – in Gang kommen, um ihre Führungsposition in der Welt auch wirtschaftlich wieder zu etablieren, um das ursprüngliche Gleichgewicht wiederherzustellen. So einfach ist das aber nicht: Die westlichen Nationen der Ersten Welt haben zwar sicherlich das größere Konsumkapital – aber sicherlich nicht annähernd dieselbe Innovations- und Entwicklungskapazität wie viele Länder der Dritten Welt. Und der bisherige technologische Vorsprung schmilzt zu einem kaum mehr vorhandenen Etwas zusammen. Und nun?

Bildquelle: Gerd Altmann/pixelio.de

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One thought on “Nun steht auch Israel vor einem Inflations-Dilemma

  1. Uwe

    Hier werden Probleme gesehen, wo keine sind. Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass ein entwickeltes Land keine Wachstumsraten eines Entwicklungslandes haben kann. Wo sollte das hinführen? Zu grenzenlosem Wachstum? Auch China, Brasilien und Co werden früher oder später nicht mehr so stark wachsen können, wie bisher. Wer produziert denn in China? Unternehmen aus den bisherigen Industrienationen. Die Wörter Krise und Kollaps werden immer gerne in den Mund genommen. Den Euro wird es noch lange geben und wirkliche Probleme, haben die Industrienationen sicherlich nicht.

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