Kritik an der Euro-Idee – oder was man dafür hält

Die derzeitige Krisensituation der europäischen Wirtschaft – und was noch wichtiger ist, der gemeinsamen europäischen Währung – ruft auch immer wieder Finanzexperten auf den Plan, ihre Meinung darüber kundzutun. Bereits etablierte, und auch selbsternannte. Ein – eher überraschender – Kommentar kam vom tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus über die Presseagentur APA.

Klaus findet es nicht verwunderlich, dass das „Experiment Euro gescheitert ist“, wie man jetzt bereits sehe. Er habe das bereits früher schon prophezeit, weil die „enorme Heterogenität von 17 verschiedenen Ländern, die durch die Zwangsjacke einer gemeinsamen Währung zusammengehalten werden“, niemals funktionieren könne, und jetzt müsse man eben die Kosten dafür tragen. Und die würden enorm sein.

Soweit Vaclav Klaus, seines Zeichens tschechischer Staatspräsident, Wirtschaftswissenschaftler und die „Margaret Thatcher Mitteleuropas“. Fehlt tatsächlich nur noch die sprichwörtliche Handtasche. Die Frage ist, was dran ist, an diesem Statement. Gut, weder die tschechische Regierung, noch das tschechische Volk in seiner Mehrheit will den Euro – aber den Dollar würde derzeit wohl auch keiner wollen, wenn er ihn als Staatswährung angeboten bekäme. Das allein ist nicht stichhaltig. Man muss noch dazu allerdings anmerken, dass sich Tschechien ja immerhin 2004 zum Beitritt in der Währungsunion verpflichtet hat – und jetzt locker meint, es wurde ja nie gesagt wann genau. Schon etwas billig jetzt, diese Taktik, nicht? Und nicht ganz untadelbar, wenn man es genau nimmt.

Nach Klaus‘ Meinung – aus ökonomischer Sicht jetzt – liegt die Lösung der Eurokrise entweder darin, die Zahl der teilnehmenden Länder drastisch zu reduzieren oder „die brutale Homogenisierung zu beseitigen“. Dieses Argument der unvereinbaren wirtschaftlichen Heterogenität der Mitgliedsländer der Währungsunion kommt immer wieder einmal auf den Tisch, wird wechselweise mit unterschiedlichen Fakten untermauert oder widerlegt. Im Sinne einer dringend notwendigen Lösung für die derzeit immer noch unlösbar scheinende Krise, auch im Sinne der Weltwirtschaft, scheint jedoch weder das eine noch das andere sinnvoll. Der von Frau Merkel so verabscheute „Aktionismus“ wäre schön langsam wirklich ein wenig angebracht. Vor allem, wenn einige Mitgliedsländer schon kurzerhand anfangen, in ihren Städten die ungeliebte Währung gleich selbst abzuschaffen, und andere, die sich zur Teilnahme verpflichtet haben, durch Winkelzüge in aller Öffentlichkeit kundtun, dass sie ja gar nicht mehr daran denken, tatsächlich daran teilzunehmen.

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