G7 Staaten stützen mit einer Intervention den Yen

Intervention am Devisenmarkt

Zur Gegenmaße zum starken Yen haben nun die G7 Staaten – Deutschland, USA, Frankreich, Großbritannien, Italien, und Kanada – mit einer Intervention in den Devisenmarkt den Währungskurs nach unten korrigiert. Erste Erfolge sind sichtbar, der Yen fiel gegenüber dem US-Dollar um vier Prozent.

Der Eingriff in den Devisenmarkt, um das rasante Ansteigen des Wertes der japanischen Währung zu stoppen, wurde durchgeführt, weil ein starker Yen andere Währungen schwächt und  Japans exportierende Produkte und Waren im Ausland um ein vielfaches teurer sind. Schließlich lebt Japan zum größten Teil vom Export. Alleine 2009 wurden rund 516 Milliarden US-Dollar ins Ausland exportiert und steht damit auf Platz vier der größten exportierenden Länder der Erde. Bleiben indes die Einnahmen fern, weil Waren aufgrund der Teuerungsrate nicht mehr in den Mengen abgenommen werden, wie es in den Jahren zuvor war, fehlt drauffolgend das Geld für die Investitionen in den Wiederaufbau des Landes.

Die Intervention an sich ist allerdings nichts ungewöhnlich. Japan griff zuletzt im September in den Devisenmarkt ein, um den Yen zu schwächen. Die letzte größte Intervention geschah 2000 bei der Einführung des Euros, um die frisch entstandene europäische Währungsgemeinschaft zu stützen. Kurzfristig gesehen bringen solche Eingriffe fast immer Erfolg mit sich, ob es gerade im Fall des Yen wirklich mittel- oder sogar langfristig eine sinnvolle Strategie war, bezweifeln jedoch einige Experten. Aber kurz nach der Intervention kostete am Freitagnachmittag ein Dollar 81,4 Yen und auch der Euro blieb stabil bei einer Marke über 1,40 USD.

Intervention in den Devisenmarkt – eine Strategie mit langfristigem Effekt?

Dass der japanische Währungskurs angesichts der katastrophalen Lage in Japan überhaupt nach oben schoss, liegt mitunter an den Investoren. Die wiederum wollen genauso beim Wiederaufbau des Landes mitagieren und tuen das, indem sie verstärkt den Yen kaufen und ausländische Geldanlagen – vor allem aus Australien und Neuseeland, weil dort die Zinsen höher sind – wurden wieder nach Japan geholt. Diese Maßnahmen für Japans Wiederaufbau sind auf der einen Seite zeigen zwar Solidarität gegenüber dem eigenen Land, bewirken aber, dass der Yen auf Rekordniveau klettert.

Darum auch die Intervention der G7 Staaten, die das weitere Ansteigen der japanischen Währung verhinderte – kurzfristig zumindestens. Nun wurde zwar im gewissen Maß ein Gleichgewicht wieder hergestellt, aber die wirtschaftlichen Probleme des Landes sind weiterhin vorhanden. Denn bereits vor der Naturkatastrophe und des draus resultierenden Atomnotstandes, war Japan hochverschuldet und wurde in seiner Bonität heruntergestuft. Es sind weit mehr Problematiken wie „nur“ die Aufwertung der eigenen Währung, die Japans Wirtschaft schwächen. Theoretisch ist die Teuerungsrate mit der Intervention erst einmal abgewendet, aber wie soll exportiert werden, wenn die Fließbänder der japanischen Unternehmen stillstehen? Und dazu kommen die Anleger, es bleibt abzuwarten, ob sie genauso auf die Intervention reagieren, oder abermals den Yen mit Ankäufen stärken. Dann steht die japanische Währung wieder da wo sie sich vor dem Eingreifen der G7 Staaten befand. Die Intervention – kurzfristig ein positiver Effekt, aber für eine langfristige Stabilität herbeizuführen, muss eine stabile Grundbasis geschaffen werden, die nur dann entsteht, wenn die Wurzel des Problems gefunden und gelöst wird.

Bildquelle: Gert Altmann/pixelio.de

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