Forex einmal mit anders gesehen – eine philosophisch-gesamtwirtschaftliche Betrachtung

Der Boom auf dem Forex Markt

Forex boomt. Ganz ohne Frage, die getradeten Umsätze im Foreign Exchange Market zeigen nach den jüngst veröffentlichten Ergebnissen der Forex-Desks von Banken und Trading-Plattformen riesige Zuwächse nach der Wirtschaftskrise. Und Forex ist längst nicht nur mehr die Beschäftigung der höheren Banketagen – gerade im privaten Bereich der Kleinanleger und „Laien“ steckt ein nicht zu unterschätzendes Volumen, das auch weiterhin im Wachsen begriffen ist.

Seit viele Online-Trading-Plattformen ihre Tore auch für Klein- und Kleinstanleger geöffnet haben, teilweise auch mit virtuellen Konten ausgerüstet, damit absolute Greenhorns in dem Bereich sich langsam an das Wissen und die Erfahrung herantasten können, ohne gleich zuviel „echtes Geld“ in den Sand zu setzen, seit dem ist Forex auch zum Sport von vielen „Nicht-Bankern“ geworden, um vielleicht auch nebenher ein paar Euro zu machen.

Insgesamt beträgt das Handelsvolumen pro Tag beispielsweise in Nordamerika über 600 Milliarden US-Dollar. Pro Tag werden also insgesamt 600 Mrd. Dollar dafür eingesetzt, um auf Kursgewinne oder Verluste zu wetten. Eben das – Forex-Trades sind ganz einfach Wetten. Von ihrem Prinzip her nicht viel anders als die traditionelle Wirtshauswette, wo ein Kasten Bier darauf gesetzt wird, dass der Kamerad nebenan die nächste Maß nicht mehr hinunterbringt.

Eine wesentliche Frage, die man sich nun einfach in einer ruhigen Minute einmal so stellen könnte, ist also: Wenn Tag für Tag so viel Geld darauf verwettet und vor allem eingesetzt wird, dass Kurse steigen oder sinken – hat das nicht einen Einfluss auf die Währungen? Werden nicht Trends durch die massive Kapitalzufuhr nicht gewaltig verstärkt? Und was hat das für einen Einfluss auf die Gesamtwirtschaft und die Währungspolitik eines Landes?

Nun, es hat definitiv einen großen Einfluss auf nationale Wirtschaften und die einzelnen Währungen – auch auf die Exportwirtschaft des jeweiligen Landes und die Inflation im eigenen Land. Aus diesem Grund ist auch das Argument der Eurogegner sehr verfehlt, einzelne wirtschaftsschwache Staaten der Europäischen Union würden eine unabhängige Währungspolitik betreiben können, die ihrer Wirtschaft förderlicher wäre, wenn es den Euro nicht gäbe – oder nicht gegeben hätte. Diese „Unabhängigkeit“ kann es realerweise gar nicht geben, weil durch das riesige Volumen der Devisenspekulationen jede Währung sehr hohen Kräften des Devisenmarkts ausgesetzt ist. Und bei kleinen, wirtschaftsschwachen Ländern umso mehr – als Beispiel möge man seinen Blick einfach einmal kurz auf Chile richten und seine derzeitigen Probleme gegen die Aufwertung des Peso anzukämpfen.

Gerade hier stehen wir aber vor einem Problem: Das Verhältnis der Währungen zueinander steht nicht unbedingt im selben Verhältnis wie die realen wirtschaftlichen Kräfte. Um beim Beispiel Chile zu bleiben: die reale Wirtschaft des kleinen Dritte-Welt-Landes zeigt ein enorm hohes Wachstum, kaum Arbeitslosigkeit und eine solide Haushaltspolitik mit praktisch nicht vorhandener Außenverschuldung. Auf der anderen Seite die USA – der größte Schuldner der Welt, explodierende Arbeitslosigkeit, sinkende Realeinkommen und von starkem Wirtschaftswachstum keine Spur. Trotzdem ist der Dollar bei weitem stärker (sprich: mehr wert) als der Peso – und das darf sich auch nicht ändern, weil sonst im Nu in Chile alles so teuer wird, dass die Menschen laut brüllend mit Transparenten auf die Strasse gehen. Der tatsächlich wirklichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beider Länder enstpricht dieses Verhältnis bei weitem nicht – ganz im Gegenteil. Bei Aktien ist es ja ähnlich: es zählt die Bewertung des Unternehmens auf dem Markt für den Kurs der Aktien – aber nicht unbedingt die reale Unternehmensleistung. Manchen Riesen, deren reale wirtschaftliche Fähigkeiten bei weitem nicht dem Wert der Aktien entsprach, ist das ab und an schon zum großen Verhängnis geworden – und wie ist das jetzt bei Währungen?

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