EU-Gipfel entscheidet über Kapitalerhöhung der EZB

EU-Gipfel am Donnerstag: Kapitalerhöhung der EZB – Linda Karlsson / pixelio.de

In dieser Woche wird sich der Vorstand der europäischen Nationalbank zusammentreffen. Bereits im Vorfeld sind einige Stichpunkte über den Inhalt des Zusammentreffens bekannt. Einerseits geht es um die Bilanzfrage und wie das Kapital der EZB erhöht werden kann, anderseits ist eines der Themen auch die derzeit akute Staatsverschuldung einiger europäischer Länder.

Auch seitens der EZB steht der mit 440 Milliarden Euro ausgestattete EU-Rettungsschirm im Mittelpunkt der Gespräche. Allerdings, nach Meinung des EZB-Präsident Jean Claude Trichet, könnte es knapp mit dem Geld im Fonds werden, wenn nach Irland Länder wie Spanien oder Portugal unter den Rettungsschirm kommen müssen. Selbst Belgien ist in den Fokus geraten, da die Ratingagentur Standard & Poor´s eine Herabstufung der Bonität in Erwägung zieht, so fern Belgien sich nicht bald zu einer Regierungsbildung durchringt.

Eventuelle Kapitalerhöhung geplant

Das Gleichgewicht der Bilanz- und der Kapitalsumme in der EZB gerät seit Jahren immer mehr ins Ungleichgewicht. Grund sind sicherlich die Maßnahmen, die getroffen werden, um den europäischen Markt zu stützen. So kaufte die europäische Notenbank alleine in diesem Jahr Staatsanleihen im Wert von 72 Milliarden Euro und Pfandbriefe im Wert von 60 Milliarden Euro, die mit acht Prozent in die Bilanzsumme einfließen. Das Eigenkapital jedoch beträgt lediglich vier Milliarden Euro.

Nun soll eben das Kapital erhöht werden, wie und wie hoch ist derzeit noch nicht bekannt. Experten rechnen jedoch mit einer Verdopplung und das Geld könnte von den nationalen Notenbanken kommen. Aber das wird nach aller Voraussicht erst am Donnerstag bekannt, wenn sich der Vorstand der EZB trifft. Allerdings sind sich Experten indes auch sicher, dass die Bundesregierung eine Kapitalerhöhung begrüßen würde.

Doch ob die bisher vermuteten Maßnahmen wirklich beruhigen würden, auch das wird angezweifelt. Beispielsweise ist Julian Callow, EU-Chefvolkswirt von Barcley Capital, skeptisch was die Kapitalerhöhung angeht und vermutet, dass sich EZB eventuell auf ein weiteres, schwieriges Jahr vorbereitet. Andere Stimmen indes sind der Ansicht, dass die Maßnahmen auch zeigen könnten, dass die europäische Nationalbank einfach „ein paar Leichen im Keller hat“, so Wirtschaftsprofessor Richard Vaubel.

Trichet sieht Euro nicht in Gefahr

Währenddessen sich Meinungen und Diskussionen häufen, scheint der EZB-Präsident die Ruhe gepachtet zu haben. Denn auch wenn der Eurokurs sehr nervös auf die derzeitige europäische Situation reagiert (siehe dazu „Die Entwicklung des Euros„), sieht Trichet den Euro nicht gefährdet. Im Gegenteil für Trichet wird die europäische Währungsgemeinschaft auch die nächsten zehn Jahre weiterhin eine stabile Währung bleiben. Dabei beruht er sich darauf, dass sich der Euro in seinem 12 Jährigen Bestehen bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,9 Prozent „bemerkenswert gehalten“ hat. Aber Trichet sagt auch, dass 2010 eben ein schwieriges Jahr gewesen ist, was allerdings nicht an der Währung selbst liegt, sondern an einigen EU-Ländern, die sich eben einfach nicht an Vorgaben gehalten haben.

Eurokurs wieder einmal nach unten gerutscht

Doch alle Mutzusprechungen zum Trotz, sank der Euro am heutigen Mittwoch wieder einmal und stand am Morgen unter einer Marke von 1,33 USD. Grund: Die Ratingagentur Moody´s stellt derzeit eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens derzeit in Aussicht. Dabei wurde Spanien bereits vor rund 2,5 Monaten schon einmal aufgrund der Risiken im Staatshaushalt heruntergestuft.

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