Die Angst vor der irischen Staatspleite geht um

Muss Irland gerettet werden? Die Kapitalmärkte mit seinen Anlegern schauen gespannt!

Die zweijährige Garantie, die im September 2008, dem Höhepunkt der Bankenkrise, verkündet wurde, läuft morgen aus. Somit wird diese Woche eine brenzlige Angelegenheit für den irischen Staat, zumal auch die Kapitalmärkte (darunter auch der Devisenhandel) auf Aussagen der Regierung warten. Diese soll angeben, wie viel die strauchelnde Anglo Irish Bank den Staat kosten wird. Aber nicht nur deshalb werden die Marktteilnehmer an den Finanzmärkten immer nervöser, auch weil die Risikoprämien für irische Staatsanleihen immer weiter in die Höhe klettern. So bekommen Investoren, für die gleiche Laufzeit,  zur Zeit 4,3 Prozentpunkte mehr als für deutsche Bonds. Im Gegensatz zum Vormonat sind das 1,2 Prozentpunkte mehr. Auch rutscht die irische Wirtschaft immer weiter in die Rezession ab, dies war im zweiten Quartal deutlich zu spüren. Die Gerüchteküche macht dann alles weitere. So hält sich zum Beispiel sehr hartnäckig das Gerücht, dass die verstaatlichte Anglo Irish Bank einen großen Teil ihrer Anleihen nicht mehr bedienen könne. Und Pessimisten sagen voraus, dass durch die hohen Risikoprämien einen Umstrukturierung der irischen Staatsschulden in den nächsten fünf Jahren von 33 Prozent einkalkuliert werden müssen, wobei der Investor etwa 40 Prozent seines Geldes zurück bekommen werde. Dies sieht das unabhängige Finanzhaus Davy Securities in Dublin aber vollkommen anders und meint dass Irland im nächsten Jahr weniger für seinen Schludendienst aufbringen müsse wie Italien, Griechenland und Belgien, da die Bewertung des irischen Solvenz- und Liquiditätsrisiko völlig abwegig wären.

Nicht alle lassen sich von der Angst anstecken

Es herrscht allerdings kein Investormangel, dies war letzte Woche zu sehen, als Irland 1,5 Milliarden Euro Anleihen am Kapitalmarkt plazierte, mit einem Faktor von 3,6 die Emision überzeichnete und eine Rendite in Höhe von 6,02 Prozent auf  achtjährigen Papiere bot. Somit hat Irland seinen Finanzierungsbedarf bis etwa zur zweiten Jahreshälfte 2011 gedeckt und könnte bis Mitte nächsten Jahres darauf verzichten weitere Anleihen zu emittieren. Dadurch klingt es äußerst unwahrscheinlich, dass Irland in einer Liquiditätskrise steckt und muss nach jetzigem Stand weder von dem IWF (Internationalen Währungsfond) noch von der EU (Europäischen Union) gerettet werden. Auch hat Brian Lenihan, Finanzminister von Irland, ein äußerst straffes Programm vor sich. Das Haushaltsdefizit muss um 18,7 Milliarden Euro gedrosselt werden, das heißt um 11,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Auch hat Lenihan bereits Sparmaßnahmen in Höhe von 15,9 Milliarden Euro angekündigt und weitere 3 Milliarden sollen im nächsten Jahr folgen. Trotz allem hält sich die Frucht nach wie vor. Denn immer höhere Kreditausfälle und mehr Kosten für die Bankenrettung könnte durchaus vorkommen, da die Konjunktur in Irland auf wackligen Beinen steht.

Rettung der Anglo Irish Bank könnt bis 30 Milliarden Euro kosten

Nicht nur dass die Anglo Irish Bank verstaatlicht wurde, auch hat der Staat bereits 22,88 Milliarden Euro für diese angeschlagene Bank gezahlt und es sollen weitere Kosten in Höhe von 2,1 Milliarden Euro hinzukommen. Somit könnte am Ende der Woche der Gesamtbetrag der Rettung der Anglo Irish Bank auf 27 bis 30 Milliarden Euro beziffert werden. Gläubiger nachrangiger Schulden der Anglo Irish Bank befürchten nun, dass sie sich beteiligen müssen und zwar über einen teilweisen Forderungsverzicht an den Kosten. Wie aber schon so oft von den irischen Banken, wird den Gläubigern ein Schuldentausch angeboten. Es soll aber auf keinen Fall zu einem Zahlungsausfall oder einen gezwungen Umschuldung kommen, darüber sind sich die irische Notenbank und das irische Finanzministerium einig. Das Irland im zweiten Quartal wieder in die Rezession geschlittert ist beunruhigt außerdem die Anleger und Investoren. Es bleibt also abzuwarten, was am Ende der Woche von der Regierung bekannt gegeben wird.

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