Der Wert der Nostalgie – oder doch handfeste Gründe?

Das Magazin stern hat es gewagt, die eine Frage zu stellen, vor der viele andere wohl zurückgescheut hätten, sie laut in aller Öffentlichkeit zu stellen: nämlich die Frage, ob Deutsche ihre gute alte D-Mark wiederhaben wollen. Das Ergebnis fiel so aus, wie es wohl viele erwartet haben würden – weitaus mehr als 50% der Befragten, in den neuen Bundesländern sogar fast drei Viertel aller Befragten, wünschen sich die alte deutsche Währung wieder zurück. Die ausgewertete Umfrage des Magazins meint auch eine Korrelation zwischen dem Wunsch und dem Bildungsgrad der Befragten festgestellt zu haben – je niedriger der Bildungsgrad, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Umfrageteilnehmer sich die D-Mark zurückwünschen.

Die Frage, die sich stellt, ist, was dahinter steckt hinter dem Wunsch – der Glaube, dass es ohne Euro auch keine Euro-Krise geben würde, und die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland heute besser sein würde, wenn es die D-Mark noch gäbe – oder eine instinktive Ablehnung des zur Zeit allerorts schlecht- und krisenanfällig geredeten Euro? Die erste Frage wurde auch in der Umfrage direkt gestellt, und zeigt überraschenderweise, dass bei weitem nicht alle Umfrageteilnehmer glauben, dass Deutschland mit der D-Mark wirtschaftlich besser dastehen würde. So sehr weit mehr als die Hälfte aller Deutschen der Wunsch nach der alten Währung plagt – nur gerade einmal 40% meinen, dass es damit Deutschland wirtschaftlich wirklich besser gehen würde. Dieser interessante Zusammenhang, vor allem in Verbindung mit der Korrelation zum Bildungsgrad, lässt darauf schließen, dass es sich vor allem um subjektive Gründe und eine durch die vielen Euro-Krisen-Berichte in den Medien hervorgerufene tiefe Verunsicherung handelt, die die Menschen zur Ablehnung des Euro bewegt.

Diese Vermutung wurde allerdings auch andernorts schon angestellt, und einige politische Initiativen sondieren bereits vorsorglich das mögliche Wählerpotential für eine „D-Mark-Partei“. Wie weit wir von einer solchen in der politischen Wirklichkeit tatsächlich jemals etwas zu sehen bekommen werden, mag dahingestellt bleiben. Was man dagegen auch tatsächlich bedenken sollte, ist, dass subjektive Vorlieben und Bewertungen durchaus auch einen Einfluss auf Märkte und Devisenkurse haben – und auch falls die von stern ermittelte Korrelation mit dem Bildungsgrad der Befragten stimmen sollte, sind dennoch auch „höher Gebildete“ nicht dagegen gefeit, einfach aus dem Bauch heraus gegenüber dem Euro weniger Begeisterung zu zeigen, als vielleicht wirtschaftlich-nüchternen Überlegungen entspräche. Die Medien fungieren heute als wesentlicher Meinungsbilder (und auch Angstmacher) in unserer Gesellschaft, und ihrem Einfluss kann sich keiner gänzlich entziehen – egal aus welcher Bildungsschicht. Das hingegen, gemeinsam mit dem Druck der Massenablehnung, kann sehr wohl profunde Auswirkungen auf die Entwicklung des Devisenmarktes nach sich ziehen – und für die Euroländer nicht unbedingt eine positive.

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