Australien – ein Land wächst in der Krise

Mitten in der weltweiten Krise gelang es gerade mal drei Volkswirtschaften zu wachsen und dazu gehörte auch Australien. Im Vergleich zum Jahr 2008 wurde 2009 von den 22 Millionen Einwohnern des Landes ein Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes um 1,2 Prozent erwirtschaftet. Aber nicht nur auf die enorme Stabilität des Bankensystems ist es zurückzuführen, dass Australien diese Finanzkrise unbeschadet überstanden hat, sondern auch auf die staatlichen Anreize. Da es Australien geschafft hatte sein Konjunkturpaket schnell in Kraft zu setzten, bekam es Lobreden von Josef Stiglitz, dem Starökonom aus Amerika und von Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Australien ist mittlerweile eines der stärksten deregulierten Ökonomien

Josef Stiglitz, der unter anderem auch Nobelpreisträger ist, sagte bei einem Besuch in Australien, dass Kevin Rudd, der damalige Labor-Premierminister, zu Beginn der Weltkrise das beste keynesianische Konjunkturpaket weltweit geschnürt hätte. Auch habe Kevin Rudd erkannt, dass recht zügig gehandelt und Geld ausgegeben muss. Somit hat Australien, im Gegensatz zu anderen hochentwickelten Industrieländern, die sanfteste und kürzeste Rezession durchlaufen.

Australien hatte aber schon Jahre zuvor sehr wachstumsstarke Jahre und auch dadurch konnte die Globale Krise im Jahre 2009 gut bewältigt werden. Nicht nur dadurch, auch durch die Reformen die Bob Hawke und Paul Keating (Labor-Politiker) in die Wege leiteten wurde aus einem stark regulierten Agrar- und Rohstoffland eine der am stärksten deregulierenden Ökonomien und eines der OECD-Länder, welches das stärksten Wachstum seit 1990 zu verzeichnen hat. So ist die australische Wirtschafte in der Zeit von 1990 bis 2009 im Durchschnitt um 3,2 Prozent jährlich gewachsen.

Modernstes und leistungsfähiges Land

Das Opera Haus in der australischen Stadt Sydney.

Wirtschaftswachstum in der Krise - Australien machts vor @ Flickr | Linh_rOm

Durch den intelligent eingesetzten Rohstoffreichtum zählt das Land zu den modernsten und leistungsfähigsten Ländern der Welt, so der Wirtschaftswissenschaftler Bert  Rürup. Somit kristallisieren sich, gerade nach der Weltwirtschafst- und Finanzkrise, die Region Ozeanien/Südostasien zusammen mit China und Indien als Gravitationszentrum des Welthandels heraus. Aus den Daten der Welthandels- und Entwicklungskonferenz UNCTAD geht hervor, dass Australien im Jahr 2009 China als größten Eisenproduzenten der Welt abgelöst hat. Aber auch bei den Industriemetallen Gold, Titan, Lithium und Aluminium gehört Australien zu den weltgrößten Produzenten. Experten nehmen an, dass die Nachfrage nach australischen Rohstoffen gut 100 Jahre anhalten könne, da China und somit der Hauptmarkt wächst. Trotz allem warnen auch Experten. Sie sehen eine starke Abschwächung des Kohleexports, da Maßnahmen gegen den Klimawandel auch vor China nicht stoppen werden. China ist der größte Verbraucher dieses fossilien Brennstoffes und verschiedene Agenturen sind der Meinung, dass China in diesem Fall nicht den Verbrauch der Kohle drosselt sondern sich eher auf das eigene Produkt beschränkt. Dies heißt wiederum, dass es zu einer Reduktion des Imports von Kohle kommt und somit Australien, der größte Kohleexporteur der Welt, Verluste im Export des fossilen Brennstoffes hätte. Daher warnt Josef Stiglitz, Wirtschaftsnobelpreisträger, Australien solle vorsorgen um die Zeit nach dem Rohstoffboom gut zu überstehen. Es wäre gut, wenn die jetzige Regierung eine Steuer auf enorme Gewinne in dieser Branche einführen würde. Diese Steuer wird seit langem von Teilen der Ressourcenindurstrie bekämpft und ist umstritten. Diese zusätzlichen Einnahmen sollten in die Infrastruktur und die Bildung gesteckt werden.

Bert Rürup, der Wirtschaftswissenschaftler sieht dies alles sehr positiv und sagte: „Die hohe Qualifikation der relativ jungen australischen Bevölkerung, solide öffentliche Haushalte sowie ein allokationseffizientes Steuersystem bilden für sich genommen günstige Voraussetzungen, den hohen Wachstumspfad der Vergangenheit auch in die Zukunft fortzuführen.“ Das Land ist durch den Reichtum an natürlichen Rohstoffen wie Kohle, Erzen und Industriemetallen in einer äußerst guten strategischen Position uns somit käme keine Volkswirtschaft der Welt an der australischen vorbei, sollte diese entwickelte Volkswirtschafte nicht selbst über genügend Rohstoffe verfügen.

Ein weiter führenden Artikel von Joseph E. Stiglitz mit dem Titel: „Die Krise in Australien„.

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